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Sumatra - Bei den Orang Utans

Sumatra - Bei den Orang Utans

2,5 Stunden beträgt die Flugzeit von Jakarta nach Bukit Lawang, im Norden von Sumatra. Wir buchten eine der zahlreichen Unterkünfte am Dschungelfluß von Bukit Lawang. Am Flughafen wurden wir von Junias Guesthouse 0813-9677-2804

https://goo.gl/maps/xqqx73sUGkWQePjt8 abgeholt. Die Fahrt auf der sehr gut ausgebauten Straße führte beeindruckende drei Stunden lang an Palmölplantagen vorbei. Der absolute Wahnsinn. Die Palmölpflanzen sind nur 30-40 Jahre ?? ertragreich. Sie ziehen sehr viel Wasser und Nährstoffe aus der Erde und dies ist der Grund dafür, dass die Nächte im Dschungel nun wärmer geworden sind. Nach 30-40 Jahren muss man die Palmen fällen, übrig bleibt ein nährstoffarmer Boden. 

Die Frucht der Ölpalme sieht aus wie eine kleine Kokosnuss. Mit Hilfe von Wasserdampf wird das Öl herausgelöst. Die ganze Palmölindustrie funktioniert nur aufgrund der billigen Arbeiter, die man in Indonesien bekommt. 

 

Unsere Unterkunft „Junias Guesthouse“ war sehr einfach, die Besitzer überaus freundlich und nett. Es gab zwar auch Kakerlaken und kleine Mäuschen, doch das gehört wohl zum Dschungelfeeling einfach dazu. 

Gerade angekommen, kam schon der erste Orang Utan zu besuch. Er ist an Menschen gewöhnt und schaut ab und zu, ob er etwas aus der Mülltonnen ergattern kann. Am besten keinerlei Essen liegen lassen, denn auch andere Affen schrecken nicht davor zurück sogar ins Zimmer zu kommen, um einem das Toastbrot zu klauen. Schon die kleinen Kinder der Besitzer holen in diesen Fällen die Spielzeuggewehre, um die Affen zu verjagen. 

 

Nach dem Pfannkuchenfrühstück am nächsten Tag ging es auch schon los auf Dschungeltour durch den Gunung Leuser Nationalpark. Der Besitzer von Junias Guesthouse hatte uns einen Guide (also eigentlich zwei Guides) organisiert. Wir zogen uns alle lange, leichte und bequeme Kleider an. Die Socken, die die Brücke zur Hose bildeten, wurden kräftig mit Tabakwasser eingerieben, um Blutegel fernzuhalten. Tatsächlich mussten wir unterwegs den einen oder anderen Blutegel vom Schuh entfernen, bei Mikk hatte sich einer an der Hüfte festgesaugt. 

 

Kaum stiegen wir einen steilen Hang im Regenwald hoch, spannte sich die Stimmung an. Mina hatte uns gesichtet! Orang Utans leben in den Baumkronen und wenn sie kommen, dann kommen sie von oben. Doch bei Mina ist das anders. Der Guide, der den Abschluss unserer Gruppe bildete, nahm unsere Liff an der Hand. Schneller! Wir sollten schneller laufen, Mina wäre da! Mina, der Name war uns geläufig, denn die 43-jährige ist wohl die bekannteste halbwilde Orang Utan Dame der Welt. Sie wurde als Baby gewaltsam von ihrer Mutter getrennt. Aus der folgenden menschlichen Gefangenschaft wurde Mina befreit, lebte dann aber in einem Rehabilitations Center, in dem sie auch nicht gut behandelt wurde. Minas Gesicht ist gezeichnet von einer Narbe, das Ergebnis eines Streits mit einem Ranger. Die sehr intelligenten Menschenaffen, die über 60 Jahre alt werden können, vergessen nichts. Kein Wunder also, dass Mina auch heute noch aggressives Verhalten zeigt. Die Guides füttern sie oft mit Obst, um Mina zu besänftigen - und damit die Touristen Bilder machen können. Ich habe im Vorfeld in einem Blog gelesen, dass eine Rangerin es für viel zu gefährlich hält in diesen Teil des Dschungels zu gehen, in dem Mina sich aufhält. Ohne sie zu füttern, kommt man nämlich meistens nicht an ihr vorbei. 

 

„Mina“, da war sie, jetzt pochte mein Herz doch ganz schön, denn niemand hatte damit gerechnet, dass sie uns gleich zu Beginn unserer Tour „entdecken“ würde. Zudem sagte uns der Guide, dass er sie nicht füttern würde. Das fanden wir auch sehr gut, denn schließlich werden durch das Füttern Krankheiten übertragen, dennoch wäre es mir bei dem Gedanken wohler gewesen, er könnte Mina mit einer Wassermelone besänftigen. 

 

Der Guide zeigte uns eine Narbe, ein Souvenir von einer Begegnung mit Mina, doch er beschwor, dass er mittlerweile wüsste, sie zu bändigen. Trotzdem lag die Anspannung in der Luft, denn wir sollten einen Unterstand erreichen, an dem das Zusammentreffen mit ihr weniger gefährlich wäre. Schneller! Wir sollten schneller gehen! Plötzlich nahm der hintere Guide Liff auf den Arm und ging einen anderen Weg, ich hatte Angst um meine Liff. Schließlich erreichten wir die Lichtung mit dem Unterstand. Wir sollten stehenbleiben und uns nicht bewegen. Mina zeigte sich uns nun in voller Pracht. Der Guide redete ruhig auf sie ein, gab ihr zu verstehen, dass wir kein Futter für sie hätten. Nun kam auch der andere Guide mit Liff wieder in Sichtweite. Mina hatte ihr Junges dabei, wenn man nicht gewusst hätte, dass es wilde Tiere sind, würde man am liebsten auf Tuchfühlung mit ihnen gehen. Minute um Minute verging, die Spannung ließ nach, Mina beobachtete uns und sie schien ganz zufrieden damit zu sein, kein Futter zu bekommen. Es vergingen bestimmt 15 min bis das Orang Utan Weibchen das Interesse an uns verloren hatte und weiter ging. Eine Wahnsinns Begegnung, wir waren geflasht. 

 

Mit diesen Eindrücken wanderten wir weiter und entdeckten viele kleine Tiere, Insekten, Riesenameisen, Blutegel, ein Chamäleon, viele Orang Utan Nester in den Baumkronen, wir bastelten Kronen aus Blättern, sahen Würgefeigen, die Rattanpflanze und als Highlight den wunderschönen Nashornvogel. 

 

Einen Nashornvogel (engl. Hornbills) in freier Wildbahn zu sehen ist ein ganz besonderes Ereignis. Ein wunderschöner Tropenvogel. Seinen Namen bekam er durch den gebogenen Schnabel, der einen wulstigen Aufsatz besitzt. Nashornvögel verbringen den größten Teil ihres Lebens auf Bäumen in den Tropen Asiens oder Afrikas. Sie essen Früchte, Körner und Insekten. Das Brutverhalten der Nashornvögel ist einmalig in der Vogelwelt: In den Baumhöhlen, wird das brütende Weibchen vom Männchen vollständig „eingemauert“ und nur über ein kleines Verbindungsloch vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Auch die Jungen werden nach dem Schlüpfen so gefüttert. Der Nashornvogel hat in der Tierwelt kaum Feinde, denn sein starker Schnabel wird selbst von Raubvögeln gefürchtet. Der größte Feind ist der Mensch, durch den Verlust des natürlichen Lebensraumes ist dieser wunderbare Vogel vom Aussterben bedroht. 

 

 

Nachdem wir am Fluss angekommen waren, bekamen wir ein in Bananenblätter eingewickeltes Mittagessen, welches wir heftig gegen die Makaken verteidigen mussten. Immer wieder wurden Steine geworfen, um die sehr aufdringlichen Tiere fernzuhalten. Weiter ging es zur Rafting Tour. Auf Reifen rafteten wir den Fluß hinunter bis nach Bukit Lawang. Ein toller Abschluss einer erlebnisreichen Dschungeltour. 

 

„Jungle trek, jungle trek in Bukit Lawang see the monkeys, see the birds, see orang-utan. Jungle trek, jungle trek in Bukit Lawang see the monkeys seeing Mina, everybody run…“ (Melodie: Jingle Bells)

 

Am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Bukit Lawang buchten wir eine Tour durch die Dörfer. In motorisierten Rikschas fuhren wir vorbei an Reisfeldern in ein kleines Dorf. Dort wurde uns gezeigt, wie aus Sojabohnen durch quellen, mahlen, kochen, abkühlen und pressen Tofu entsteht. Für das in Indonesien beliebte Tempe werden die Sojabohnen als Ganzes gekocht und einzeln in Plastiktüten gefüllt. Es wird ein Pulver darüber gestreut, damit eine Art Fermentation stattfindet. Nun wächst ein Pilz, der die einzelnen Sojabohnen miteinander verbindet. Das ganze wird zwei Nächte liegen gelassen, dann schon ist es zum Verzehr bereit. Es gibt viele unterschiedliche Arten, das fertige Tempe zuzubereiten. 

 

Weiter ging es zu einer alten Frau, die gerade dabei war, einzelne Dachpaneele aus Palmblättern herzustellen. Wir durften es sogar selbst ausprobieren. Ein Bambusstab dient als Nadel, Palmfasern stellen den Fadenersatz dar. Das Palmdach hält ungefähr fünf Jahre. Einige Aufträge kommen von Geflügelfarmen - das Wellblechdach ist zu warm für die Hühnerhaltung. Unter einem Palmdach sammelt sich nicht so viel Wärme an und vor allem, es bei Regen leiser darunter. Die Frau kann am Tag ca. 20 Dachpaneele herstellen und für 60.000 IDR / Stück verkaufen. 

 

Zum Abschluss hielten wir an einem Fluß, an dessen Ufer uns eine Kokosnuss serviert wurde. 

 

Am dritten Tag sollte es für uns zu den Bat Caves gehen. Dieses Mal gingen wir mit Rahman, seine Nummer hatte ich aus dem Internet und ich hatte schon vor der Reise mit ihm Kontakt aufgenommen. (Rahman Lagul +62 813 7532 4015). Rahman holte uns im Guesthouse ab und erzählte uns auf den gemütlichen 40 min Fussweg bis zu Eingang der Fledermaushöhle allerlei Interessantes über die verschiedenen Pflanzen, die wir am Wegesrand fanden. Er erzählte uns auch wie man im Dschungel eine Schnittwunde mit Ameisen klammert. Man hält die Haut zusammen, nimmt eine Riesenameise und drückt sie an den Schnitt, so dass sie zubeisst. Dan trennt man den Kopf vom Körper ab. Die Zangen bleiben geschlossen. Man nimmt eine nach der anderen um die Haut entlang der Wunde zusammen zu halten. Nach ein paar Tagen kann man die Klammern wieder entfernen. Ein weiterer wichtiger Hinweis gab Rahman uns bezüglich Schlangen. Wir sahen eine kleine Baby Viper auf einem Baum sitzen und er zeigte uns, dass man am Kopf erkennen kann ob sie giftig ist. Der Kopf giftiger Schlangen ist dreieckig, der Lopf ungiftiger ist rund, das werden wir uns merken. 

Um zur Bat Cave zu gelangen, überquert man eine ausgedehnte Kautschuk Plantage. Wir hatten großes Glück und entdeckten in den Baumkronen der Plantage und des umgebenden Regenwalds immer wieder neue viele Orang Utans. Wir verbrachten hier Stunden. Es war zu schön auf der Erde zu liegen, um die wunderbaren Akrobaten der Lüfte beobachten zu können. Ich hätte noch weitere Stunden so liegen können. Aber es sollte weiter in die Höhle gehen. Der Eingang war steil und etwas glibberig, so nahm ein Guide Liff auf den Arm und trug sie hoch. Wir hatten festes Schuhwerk, aber unsere Guides rutschten auf ihren Flip Flops über die rutschigen Felsen, wieder Mal machte ich mir um Liff Sorgen. Insgesamt war es eine beeindruckende Höhle mit natürlich vielen Fledermäusen an den Decken. Auf dem Rückweg verweilten wir natürlich wieder auf der Kautschukplantage und beobachten weiter die Orang Utans. Es war so fantastisch, dass wir beschlossen, am nächsten Tag nochmals mit Rahman in den Wald zu gehen. 

 

Am vierten und letzten Tag im Dschungel ging es nochmals auf Orang Utan Tour. Dieses Mal mit Rahman und seinem Kollegen. Es war toll, wir sahen einige Orang Utans und vor allem sahen wir nochmals Mina. Rahman und sein Kollege waren auf sie vorbereitet. Dieses Mal bekamen wir keine Möglichkeit sie zu beobachten. Als Wegpfand bekam sie Obst, welches sie mit auf einen Baum nahm und genüsslich verzehrte. Diese Gelegenheit sollten wir wahrnehmen und schnell weiterlaufen. Es war nochmals ein schöner letzter Spaziergang durch den Gunung Leuser Nationalpark, den wir nur am Rand streiften. Wären wir ohne die vielen Kinder dagewesen und vor allem wäre es in der Trockenzeit gewesen, hätten wir bestimmt gerne die zwei- oder dreitägige Tour gemacht. Aber auch so, oder gerade so, waren es für uns und die Kinder unvergessliche Tage in Bukit Lawang.

 

 

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